Im Rheinknie zwischen den Städten Worms, Mainz, Bingen und Alzey, liegt Rheinhessen, ein Tafel und Hügelland, von bewaldeten Mittelgebirgen umrandet. Die Landschaft ist geprägt von oft alten, an Hänge geschmiegten Dörfer, von sanft geschwungenen, rebbestockten Hügel und einem sehr angenehmen Klima. Rheinhessen gehört zu den wärmsten und trockensten Gebieten Deutschlands, was den Obst- und Weinbau begünstigt.  

Inmitten Rheinhessens liegt Spiesheim, ein liebenswert am Hang gelegener Ort. Seit über 200 Jahren bewirtschafteten meine Vorfahren hier ihr Land, ursprünglich als typischen Mischbetrieb mit Ackerbau, Tieren und Weinbau. Während die Vorfahren noch mit Mägden und Knechten ihr Tagewerk in Handarbeit verrichteten, standen meinem Vater erste moderne, technische Hilfsmittel zur Verfügung und der Land- und Weinbau wurde zu einem echten Familienbetrieb.

In den 70er Jahren füllte mein Vater erstmals eine Spätlese auf Flaschen. Bislang produzierten rheinhessische Winzer in der Regel für den Lebensmittelhandel, lieferten insbesondere den Müller-Thurgau als Verschnittwein für säurereiche Rieslinge in Nachbaranbaulagen. Nach und nach stieg die Nachfrage nach abgefüllten Weinen direkt vom Erzeuger und man versuchte sich an den traditionellen Sorten, dem Silvaner, Bacchus, sowie Neuzüchtungen, Huxel und Faber.

Ich widmete mich zunehmend den Reben, dem Ausbau, der Abfüllung und der Direktvermarktung des Weines. Diese schöne, aber sehr zeitintensive Aufgabe war allerdings bald nicht mehr mit der Bewirtschaftung der Ackerflächen vereinbar. So erfüllte ich mir einen Traum, die Aufforstung der Ackerflächen zu einem, mittlerweile, stattlichen Laubbaumbestand. Fortan war und ist die Weinbereitung Schwerpunkt im Gut.

Derart spezialisiert war es nun möglich direkt auf Trends und Kundenwuensche zu reagieren, beliebte Rebsorten an- und auszubauen. Die Rotweinsorten Spätburgunder, Dornfelder und St.laurent und die Weissweine Weissburgunder und Chardonnay liefern uns heute die allgemein beliebtesten Tröpfchen.